Zwischen 2 Welten…

September 24, 2018

Wow…2 Monate vorbei…Wahnsinn! Irgendwie total schnell und doch ist es schon gefühlt ewig her, dass ich mich mit Marius auf nach Costa Rica gemacht habe.

Sitze jetzt im Flieger und habe eine ca. 32-stündige Rückreise inkl. 3 Flügen vor mir! Zeit um diese Reise nochmal zu reflektieren…

Welche Erkenntnisse habe ich auf meiner Reise gewonnen? Wie war das Alleinereise?Bin ich traurig oder froh nach Hause zu kommen? Was werde ich vermissen und auf was freue ich mich besonders?

Doch bevor ich diese Fragen beantworte, will ich euch erst mal noch an meiner letzten Woche in Kolumbien teilhaben lassen.

Nach meinen 2 Tagen im Yoga Tempel an der Karibikküste, machte ich mich auf den Weg in die Kaffeeregion Salento. Nach 2 Flügen, einer Taxifahrt, einer 1-stündigen Busfahrt und einem 20-minütigem Marsch durch das bunte Dorf, erreichte ich schließlich mein wunderschönes Hostel! Mitten in den Bergen mit einem hammergeilen Ausblick! Und dazu noch ein ultra bequemes Stockbett und eine warme Dusche…Glücksgefühle pur!

Frisch ausgeschlafen machte ich mich am Folgetag auf die berühmte Wanderung zu den ca. 70 m hohen Palmen. Eine traumhafte Wanderung inmitten von Berglandschaften, die mich sehr an das Panorama Österreichs erinnerten (nur eben mit Palmen), eine Wanderung, die mit tollen Ausblicken, Naturwundern als auch mit Dschungel-Atmosphäre begeisterte!

Natürlich durfte bei diesem Aufenthalt ein Besuch einer Kaffeefarm nicht fehlen und auch wenn der Kaffee in Kolumbien eher wie eine Art Tee schmeckt (und manchmal auch so aussieht), werde ich diesen Geschmack wahrscheinlich vermissen. 

Von Salento aus führte mich meine Reise zur letzten Destination: Medellín!

Noch vor ca. 20 Jahren die gefährlichste Stadt Kolumbiens, nun erlebt sie jedoch seit einigen Jahren einen großen Wandel! Es ist unglaublich spannend, mitten in diesem Wandel gewesen zu sein, man kann es förmlich spüren, dass die Leute hier super dankbar über diese Entwicklung sind! Glücklicherweise hatte ich die Gelegenheit ein paar Locals aus der Stadt kennenzulernen und dadurch einige ganz persönlichen Gespräche über das Leben hier führen können.

Beim Zuhören der Erzählungen über ihrer Kindheit, die sich teilweise zwischen Schussgefechten, Autobomben und Entführungen abspielte, wurde mir bewusst, wie präsent das für sie noch ist. Ich bin sehr dankbar für die ehrlichen Gespräche, die mir nochmal einen deutlich besseren Einblick in das Land gegeben haben. Trotz schlimmerer Erfahrungen, blühen alle Voller Hoffnung und Lebensfreude. Sie lassen sich davon nicht runter ziehen, im Gegenteil, sie feiern jeden Tag und lieben ihr Leben! Man ist heute zwar noch aufmerksam welche Straße man entlang läuft und auch die Einheimischen meiden das Stadtzentrum am Abend, dennoch ist Medellín mittlerweile sehr sicher geworden. (So sicher Metropolen auf der ganzen Welt halt sein können.) Touristen werden mit offenen Armen empfangen, Menschen begrüßen dich auf der Straße mit einem „Buenas“ (wunderschönen Tag) , einem „Bienvenido“ (Willkommen) und einem herzlichen Lachen. Für sie bedeutet es viel, dass die Stadt mittlerweile sicher ist und immer mehr Menschen kommen, um zu merken, dass Kolumbien ganz und gar nicht gefährlich sondern sehr herzlich und gastfreundlich ist!

Durch Streetart wird in dem Stadtteil der „comuna 13“ viel von dieser Geschichte und der Freude über das neue Leben ausgedrückt. Wenn dich die ganze Geschichte interessiert, es lohnt sich diese mal nachzuschlagen…

Meinen letzter Tag in Kolumbien verbrachte ich in Guatapé, einem Ort ca. 2 h von Medellín. Hier stand ich vor der Herausforderung nach 3 h Schlaf und in Flip Flops einen massiven Stein zu besteigen…doch die 675 Stufen sind es wert, denn der Blick ist wunderschön!

Auch die Stadt selbst war einen Ausflug wert. Bunte Häuser, Live-Musik, frischer kolumbianischer Kaffee und viel Lebensfreude füllen die malerischen Straßen!


Mittlerweile sitze ich schon im 2. Flugzeug nach São Paolo, wo es dann nach Frankfurt weiter geht…

Ich fühle mich gut, erfüllt, echt und aufgeladen! Ich bin verliebt!! Verliebt ins Leben Ich habe die Freiheit des Reisens (vor allem auch alleine) geliebt. Jeden Tag zu entscheiden, wonach mir ist und in den Tag rein zu leben, wenig vorauszuplanen und einfach zu vertrauen, dass ich meiner Intuition folgen kann – das war großartig! Keine Spur von Druck, Erwartungen, die ich erfüllen muss, totales ICH-Sein. Und ich war Tag für Tag dankbar dafür, dass ich die Chance bekam, für 2 Monate zu reisen (ein fettes Danke an meine Chefs und an meine beiden Yoga-Kolleginnen!

Manchmal war es komisch alleine zu sein, grade in so Situationen wie beim Wandern, beim alleine Essen gehen oder wenn du eine Stadtführung mitmachst und sonst nur Paare oder kleine Gruppen dabei waren. Aber ehrlich gesagt nur im ersten Moment. Es ist nämlich so, wenn du nicht alleine sein willst, dann bist du nicht alleine. Wenn man ein kleines bisschen aus seiner Komfortzone hinausgeht, lernt man mit Leichtigkeit andere Reisende kennen. Es heißt ja nicht, nur weil andere zu 2 sind, dass sie nicht offen sind, nochmal jemand kennen zu lernen…aber in unseren Köpfen ist da eine automatische Schwelle, wie eine unsichtbare Mauer. Wenn man alleine reist, löst sich die Mauer auf und man sprichst selbst andere Menschen viel offener an und andersherum genauso. Ich habe tolle Begegnungen gehabt, manche nur für ein paar Stunden, manche für mehrere Tage, auf jeden Fall haben Sie meine Reise bereichert. Und dann kam noch die (vor allem für mich große) Challenge dazu, zu spüren, wann ich mal wirklich allein sein will und mir dann eben auch die Zeit zu nehmen. Alleine in der Natur zu wandern, Essen zu gehen oder einfach nur zu sein…ist manchmal auch echt voll ok und gar nicht langweilig…Alle die mich gut kennen, wissen, dass ich ein absolutes Gesellschaftstier bin und generell eigentlich nie alleine bin…deshalb war das sehr wichtig und auch ein Grund für mich, mich zu überwinden diese Reise zum Großteil alleine zu machen.

Meine (ich beschränke mal auf ) drei größten Take-Aways:

1. Ich kann auf meine Intuition hören, meinem Herzen folgen. Tief im Inneren wissen wir alle was richtig für uns ist. Selbst wenn wir manchmal von unserem Kopf oder unserem Ego getäuscht und geleitet werden (und das wird immer wieder passieren), sobald wir uns bewusst machen, dass das nicht wirklich wir sind und wir es los lassen, sind wir auf dem richtigen Weg, dann finden wir wieder Zugang zu unserer inneren Stimme, zu uns!

2. Ich brauche keine Angst vorm Alleinsein haben, darf mir die Zeit für mich alleine nehmen und mich dabei gut fühlen. Im Leben um Liebe. Diese können wir uns selbst schenken und vor allem dann äußern, wenn wir jemanden um uns herum haben. Egal ob Partner, Familie oder Freunde. Durch unser Gegenüber haben wir die Chance Liebe und Mitgefühl zu äußern, zudem uns selbst zu reflektieren. So wachsen wir weiter, unser ganzes Leben lang! Im Alltag vergessen wir leider manchmal wie wertvoll die Zeit mit unseren Lieben ist. Hier wurde letzte Woche der Tag der Liebe und Freundschaft gefeiert. Blumen und Herz-Ballons schmückten die Straßen, während die Menschen ihre Mitmenschen und Familien feiern! Diese Symbiose aus bewusster Gemeinschaft und intensiver Zeit mit mir selbst möchte ich bewusster leben und mich nicht vom Alltag davon ablenken lassen!

3. Lebensfreude pur. Es ist wirklich erstaunlich, mit wie viel Leidenschaft und Gelassenheit die Menschen hier durch den Tag gehen, eine mega wichtige Inspiration!!

Und das tolle ist, es färbt ab! Ich habe eine große Portion davon eingepackt und bringe sie mit nach Deutschland, um sie da zu verteilen!!

Ich bin wirklich gespannt, wie es sein wird, wieder in meinen Alltag (voller Arbeit und Verpflichtungen) einzutauchen. Ich freue mich sehr darauf. Auf meine erste Yin Stunde diese Woche Freitag  und auf neue Projekte und Herausforderungen als Eventmanagerin. Eins nehme ich mir fest vor: die Freude und Gelassenheit, dienlich jetzt spüre soll in der Hektik des Alltags erhalten bleiben und wenn möglich sogar auf mein Umfeld abfärben, das ist mein Wunsch!

Vielleicht schreibe ich in einem weiteren Blog mal, wie es so klappt und hakte euch auf dem Laufenden! 

Von ganzen Herzen:

Danke Danke Danke fürs Folgen meines Blogs, fürs Teilen eurer Gedanken und all eure Kommentare. Ich hätte niemals erwartet, dass so viele Menschen meiner Reise und meinem Blog folgen und bin überwältigt und zutiefst dankbar, denn so konnte ich meine Erfahrungen noch intensiver ausdrücken 

Voller Vorfreude auf meine Familie, meine Freunde und neuen Herausfoderungen

Eure Nadja

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