Marionette oder Autor/in?

Ich grüße dich herzlich und freue mich über deinen Besuch. ♥️

Nun ist schon der erste Monat des neuen Jahres vorbei und ich nehme dich heute mal mit in meine aktuelle Lebenssituation.

Seit 01.01.21 bin ich offiziell arbeitslos und hättest du mir das vor einem Jahr gesagt, hätte ich dich wahrscheinlich für verrückt erklärt. Es ist eigenartig, weil ich ein so ganz anderes Leben führe als noch vor einem Jahr. Als hätte jemand einen Knopf gedrückt und plötzlich bin ich in das Leben einer anderen Person geschlüpft.

Bisher ist mein Leben nahezu reibungslos verlaufen. Ich wusste eigentlich immer, was ich will und es hat auch immer geklappt. Bereits in der Oberstufe mit ca. 17/18 Jahren wusste ich, dass ich Eventmanagerin werden will und das hab ich dann zielstrebig verfolgt. Problemlos habe ich einen Platz an der renomierten FH in Künzelsau bekommen. Ich hatte eine fantastische Zeit dort und heute zähle ich einige der Mädels, die ich dort kennen lernen durfte zu meinen besten Freundinnen! Anschließend folgte meine Zeit in London, um mir zu beweisen, dass ich alleine klar komme (nach 7 Jahren Beziehung) und das auch in einem fremden Land und auf einer anderen Sprache… Auch diese Zeit war unverwechselbar und sie hat mich sehr geprägt. Ohne Bewerbung (durch einen „Zufall“) hab ich dann einen sehr guten Eventmanagementjob bekommen und das sogar in Rottweil, meiner geliebten Homebase. In dieser Agentur war ich jetzt 10 Jahre, die unfassbar fordernd waren, was mich immer wieder dazu brachte, über mich hinaus zu wachsen, Neues zu lernen und mich weiter zu entwickeln. Habe mich immer weiter nach „oben“ gearbeitet, bis es nicht mehr weiter ging. Gut verdient, viel gereist (privat und beruflich), parallel dazu habe ich die wenige freie Zeit mit tollen Freunden und in der WG mit meinem besten Freund verbracht. Das waren richtig gute Jahre, die mir außer meiner Berufserfahrung, richtig tolle Menschen und sehr gute Freunde beschert haben.

Die meisten von euch wissen auch, dass ich vor einigen Jahren angefangen habe, nebenher einige Yoga-Ausbildungen zu machen und mich dann auch noch entschlossen habe, ein eigenes Yogastudio (mit 2 anderen Yogalehrerinnen) zu eröffnen. Meine Woche war also vollgepackt mit Arbeit (die ich by the way die meiste Zeit sehr gern gemacht habe). Keine Ahnung wo ich all die Energie her genommen hab, irgendwie war es kein Problem für mich, alles unter einen Hut zu bekommen. Der Eventjob war mein YANG (mein Drang nach Aktion und Power) und das Yoga und meine Freunde waren mein YIN (mein Ruhepol, meine Ladestation). Das war die perfekte Balance. Nichts desto trotz habe ich den Eventjob aufgegeben, da tief in mir der Drang nach Veränderung immer größer wurde und meine innere Stimme und auch meine Chefs (um ehrlich zu sein) mir zu verstehen gegeben haben, dass es Zeit ist meinen eigenen Weg zu gehen!

Hier ein Miniauszug aus diesem wilden, fantastischen Lebensabschnitt:

Aktuell hab ich so viel Zeit wie noch nie. Ich gebe zwar noch online Yogastunden, aber das sind deutlich weniger, als vorher im Normalbetrieb. Ich kann ausschlafen, ich habe Zeit in Ruhe zu frühstücken, ich lese und schreibe, ich putze selber (und das mehr denn je), ich koche fast jeden Tag ein super leckeres veganes Essen gemeinsam mit meiner Mama, ich gehe jeden Tag eine große Runde spazieren mit meiner geliebten Sally und das Schönste ist, ich teile mir die Zeit so ein, wie ich es möchte. Jetzt muss ich ehrlich sagen, ich bin eine Person, die nicht gut darin ist, nichts zu tun. Ein Tag auf dem Sofa und ich verwandle mich zum Schlechte-Laune-Zombie. Das ist mir in den letzten Wochen nochmal bewusst geworden. Ich brauche wenn ich abends ins Bett gehe das Gefühl, dass ich meinen Tag sinnvoll genutzt habe. Es gehört also noch mehr Struktur und vor allem die Überwindung des eigenen Schweinehunds dazu, morgens aufzustehen und produktiv zu sein, obwohl es keiner (außer du selbst) von dir verlangt. Dieser Drang ist meiner Meinung nach etwas ganz Natürliches und vor allem ist er (über)lebensnotwendig. Wenn wir nicht gefordert sind und keine Herausforderungen zu meistern haben, dann sitzen wir in unserer Komfortzone fest. Das kann zwar mal ein paar Tage angenehm sein, aber da gibt es keine Weiterentwicklung. Da bleibst du genau da, wo du bist oder du erwischst dich selbst sogar dabei, rückwärts zu gehen. Die Motivation nimmt ab, die gute Laune schwindet, die Lust zu Leben und aktiv zu werden rückt nach und nach in den Hintergrund. Wenn unser Körper und auch unser Geist nicht gefordert werden, dann steht unser System still. Kann sein, dass das für den ein oder anderen befriedigend ist, aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine andere Bestimmung haben und dass es einen Grund gibt, warum sich unser Gehirn vom Gehirn anderer Lebenwesen unterscheidet – wir können nämlich bewusst entscheiden, planen und danach handeln!

Vielleicht hattest du jetzt etwas Mitleid, weil es beide Branchen in denen ich bisher meinen Lebensunterhalt verdient habe, so erwischt hat und ich das erste Mal in meinem Leben etwas „durchhänge“, doch das brauchst du nicht. Ich sehe diese Veränderung als Chance und nicht als Stillstand. Ich kann mich, wenn ich die Komfortzone verlasse, jetzt neu ausrichten. Was will ich die nächsten Jahre machen, will ich nochmal was neues lernen, will ich wieder in ein Angestelltenverhältnis und nur nebenher selbstständig sein oder wage ich den Sprung in die volle Selbstständigkeit und wenn ja mit was und wem?

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Veränderung gehört im Leben dazu, ob wir wollen oder nicht. Manche Veränderung wählen wir bewusst, andere werden von einer höheren Macht herbei geführt und treffen uns wie eine unerwartete Welle und wir werden unfreiwillig im Strom des Lebens herumgewirbelt. Wir selbst sind die Autoren unseres Lebens und jeden Tag können wir neu entscheiden, was wir aus unserem Leben machen wollen. Bin ich Opfer oder bin ich der Verfasser meiner eigenen Geschichte? Ich sitze also vor meinem Buch und frage mich aktuell, wie sieht mein nächste Kapitel aus?

Wer mich kennt und beobachtet hat in den letzten Wochen weiß, dass ich nicht untätig bin und warte, bis es klingelt und die nächste Möglichkeit vor der Türe steht. Mit viel Energie und Liebe (und der Expertise von Benni) habe ich meine Seite yogasch.com aufgebaut (ich habe jetzt sogar meinen eigenen Newsletter !yeah!) und meinen ersten Adventskalender kreiert, der mir sehr viel Freude bereitet hat und immerhin fast 2.500 € an Spenden für einen wohltätigen Zweck erwirtschaftete. Auch unser Yogastudio entwickelt sich mit neuen Ideen (digital) weiter. Zudem mache ich seit Herbst 2020 eine Ausbildung zur Psychotherapeutin, das begleitet mich glücklicherweise noch über die nächsten 2 Jahre. Und nun freue ich mich noch auf eine ganz neue Gelegenheit, denn ab Februar werde ich in Vollzeit zur „Feel Good Managerin“ ausgebildet. Den Titel wollt ich schon lange haben :)! Ich werde also Expertin beim Thema betriebliches Gesundheitsmanagement und habe die Vision in Zukunft sinnvolle, nachhaltige Events, Seminare und Workshops rund um das Thema Gesundheit, Weiterentwicklung und Glücklichsein (privat und beruflich) begleiten und entwickeln. Schon beim Schreiben bekomme ich Gänsehaut!

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Vielleicht können wir alle die Corona-Krise mal von einer anderen Seite betrachten. Es ist eine absolute Veränderung zu spüren und wir müssen uns (neuen) Herausforderungen stellen. Ich glaube, das trifft auf so ziemlich jeden zu. Wie machen wir Menschen das? Irgendwie bekommen wir doch immer alles hin, oder? Also wachsen wir einfach an unseren Aufgaben?

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, denn ich denke, genau das ist unser Erfolgsrezept und auch der Grund, warum es uns Menschen heute noch gibt. Wir mussten uns in der Geschichte der Menschheit immer weiterentwickeln, es gab immer wieder neue Herausforderungen (Naturkatastrophen, natürliche Feinde, Krankheiten etc.). Unser Gehirn und unser ganzes System ist so faszinierend, denn es schafft es immer wieder. Es sieht für mich sogar so aus, als wenn wir Abenteuer brauchen, um das System am Laufen zu halten und so wachsen und wachsen wir und entwickeln uns, seit einer Ewigkeit und es geht immer weiter…

Natürlich ist es komisch öffentlich zu sagen, dass man arbeitslos ist und natürlich kommt bei mir ab uns zu auch ein Gefühl von Unsicherheit auf, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Doch dann spüre ich in mich hinein und ich weiß, dass alles grade so ist, wie es sein soll. Es ist Teil meines Lebens. Die Zeit die ich aktuell geschenkt bekomme, gibt mir die Möglichkeit für meine Mama da zu sein, meine Trauer einigermaßen zu händeln und mich für die nächste Reise durch mein Leben vorzubereiten. Und das ist mein Appell an alle da draußen: Veränderung ist kein schlechtes Karma oder sogar persönliches Versagen, NEIN, es ist die Zeit für dich, um tief Luft zu holen und dann mit frischer Energie weiterzuleben und zwar so, wie du es möchtest und es dich glücklich macht.

In diesem Sinne wünsch ich euch einen wundervollen Februar voller neuer Entscheidungen und mein Update folgt im März wieder;) Bleibt gesund und munter ihr Lieben ♥️


Eure Nadja

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8 Gedanken zu “Marionette oder Autor/in?”

  1. Liebe Nadja,
    da habe ich doch Deinen Brief wieder mal mit viel Freude und Interesse gelesen und mich doch tatsächlich von Deiner positiven Ausstrahlung begeistern lassen. Vielen herzlichen Dank.
    Bis hoffentlich bald wieder in natura, aber wenigstens im Februar bei Mirias Zoom.
    Behalte dieses schöne Lachen:-)
    Liebe Grüße Sanne.

    1. Danke liebe Sanne, das rührt mich sehr. Du bist auch eine große Inspiration für mich und ich bin froh, dass wir uns kennengelernt haben udn noch besser dürfen ;)! Bis ganz bald. Liebe Grüße Nadja

  2. Ein sehr schöner Beitrag und ware Wort.
    Es ist eine unglaubliche Zeit der Veränderung, eine Zeit zum Energietanken. Es steht großes bevor:)
    Mir selbst geht es in sachen Produktivität und den Tag sinnvol nutzen ähnlich, jedoch darf man lernen in solchen momenten mit Akzeptanz umzugehen. Es akzeptieren zu können nichts zu tun, um sich Ruhe und Stille zu gönnen, um vielleicht zu fühlen was gerade passiert.
    In diesem Sinne wünsche ich jedem und natürlich dir liebe Nadja eine Mega Zeit und bin schon auf deinen nächsten Blogbeitrag gespannt.

    Liebe Grüße
    Matthias

    1. Lieber Matthias,
      danke für dein Kommentar. Hab mich sehr gefreut! Akzeptanz ist es, du hast recht.
      Ich freue mich auch auf die Zeit und übe mich im Yin-Modus um dann bald mit der richtigen Energie im Yang Gas zu geben ;)!

      Schön dass es dich gibt!

  3. Hallo liebe Naddel,
    Danke für das Mitnehmen und schon konnte ich durch dich, mich wieder etwas reflektieren und genau sehen, dass meine Unzufriedenheit von Untätigkeit kommt.Die momentane Situation der Kurzarbeit, Kontaktbeschränkung etc. stellt eine neue Herausforderung und die Entscheidung wie ich die Herausforderung lebe, liegt bei mir und wird nicht durch das Außen gesteuert. Danke, der Schlüssel zur Zufriedenheit ist die Selbstwirksamkeit. Merci liebe Naddel für den Input.

    Alles Gute und Liebe
    deine Heidi

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