Hallo ihr Lieben,
schön, dass ihr meine Zeilen lest! Scheint so, als müsste ich erst allein nach Thailand fliegen, um endlich mal wieder einen Blog zu schreiben.

Warum es so lange still war
Über 2 Jahre war es jetzt still hier und das vor allem deswegen, weil ich schlussendlich nicht mehr die Zeit gefunden habe, zu schreiben. Vor fast 2 Jahren habe ich die Geschäftsführerstelle bei Thalamus in Stuttgart übernommen und wer hätte es gedacht…seitdem bin ich ganz schön beschäftigt. Wenn ich das mit den 3 Jahren davor vergleiche, als ich selbstständige Yogalehrerin war…damals blieb noch genug Zeit für viele andere Dinge. Jetzt ist es so, dass ich mich gut strukturieren muss, mit Vollzeitjob in Stuttgart und parallel dazu als Yogalehrerin in Rottweil. Viel Zeit bleibt am Ende des Tages nicht übrig. Oft wollte ich schreiben – aber mit einem vollen Kopf fehlte mir die Muse. Und ohne Inspiration wollte ich nicht einfach loslegen.
Was mich als Geschäftsführerin herausfordert – und bereichert
Zeit mich zu fragen, wie ich mein neues Leben finde? Ehrlich gesagt, das erste Jahr war nicht gerade ein Spaziergang. Ein Unternehmen zu übernehmen, das seit 30 Jahren besteht und viele Strukturen eingefahren sind und dennoch viel neu gedacht werden darf, mit einem bestehenden Team, das sich erst an die projektorientierte „Speedy-Nadja“ gewöhnen musste, war eine Herausforderung. Zum Glück war mir am Anfang nicht klar, wie viel Arbeit dahintersteckte, sonst hätte ich womöglich mein altes Leben nicht aufgegeben.
Wie oft im Leben wissen wir jedoch vorher nicht, was uns erwartet und mit Sicherheit ist das auch gut so, denn schließlich wächst man mit seinen Aufgaben. Es ist echt so, dass meine Aufgabe als Geschäftsführerin mich jeden Tag wachsen lässt. Sei es zwischenmenschlich, mental und auch spirituell. Ich will es nicht mehr missen, denn die Menschen und das Umfeld sind einfach unglaublich bereichernd. Alle haben den gleichen Ruf, nämlich Bewusstsein, Gesundheit und persönliches Wachstum in diese Welt zu schicken. Ich bin stolz darauf, mit solch einem Team zu arbeiten. Ich bin dankbar für den offenen Austausch und dass ich genauso sein kann, wie ich bin. Ich liebe es, wenn jeder seine eigenen Talente einbringen kann und gemeinsam im Team was Großes entstehen darf. Dass die Menschen dort mir von Anfang an Vertrauen geschenkt haben, hat mich tief bestärkt.
Ich wurde durch die neue Tätigkeit reich beschenkt an neuen Begegnungen und so viel Wertschätzung. Gleichzeitig bin ich nun jeden Tag dazu aufgefordert, auf mich zu achten, meine Grenzen zu wahren und ehrlich zu mir zu sein. Denn wenn man viel arbeitet und viel denken muss, dann geht auch schnell die Verbindung zu einem selbst verloren.
Auf einmal ist der Schalter von Kopf zu Herz schwerer zu finden und es braucht deutlich mehr Disziplin, um wieder in die innere Verbindung zu gehen. Für mich ist das mein Yogaweg. Er gleicht mich aus, schafft die innere Ordnung und lässt mich zu meiner inneren Ressource finden. Um also auf die Frage zu antworten, wie mir mein neues Leben gefällt: Ich bin genau da, wo ich sein soll. Es begegnen mir genau die Menschen, die mir begegnen sollen. Ich lerne genau das, was ich lernen darf.

Yoga als Rückverbindung in einem vollen Alltag
Jetzt sitze ich in einem mega schönen Hotel am Pool mit Meerblick und habe Zeit! Ich genieße es jede Minute neu zu entscheiden, worauf ich Lust habe und einfach das zu tun, das mir guttut. Ich hatte 2 Tage Zeit zum Ankommen und runterfahren und es erwarten mich 10 Tage Yogalehrer-Training, um mich mal wieder etwas aus der Komfortzone zu holen und etwas Neues zu lernen. Yoga bedeutet für mich vor allem, sich Zeit für sich zu nehmen, bewusst zu atmen und die Verbindung zu sich zu finden, also raus aus dem Kopf und dem Gedankenstrudel. Gerade bei einer 60 Stunden Woche, wie ich sie habe, ist das essentiell, um sich nicht von sich selbst zu entfernen und frustriert zu werden.
Dass Yoga nicht nur mental, sondern auch körperlich guttut, ist ein toller Nebeneffekt. Ich unterrichte jetzt seit 10 Jahren und mein Fokus liegt definitiv nicht auf dem ausführen von perfekten oder verrückt aussehenden Posen, sondern auf der Verbindung von Körper und Geist und Seele. Nichts desto trotz stelle ich mich jetzt der körperlichen Herausforderung und will für meine eigene Praxis etwas weiterkommen und fortgeschrittene Asanas (Posen) üben. Dazu gehe ich zu einer Lehrerin, deren online Yogastunden ich seit Jahren liebe und es fühlt sich gut an, auch mal wieder Schülerin zu sein und mich inspirieren zu lassen. Mal schauen, wie mir das so gelingt und wie sehr ich auch daran reifen kann, wenn eine Pose nicht klappt…auch hier gilt, Grenzen akzeptieren, annehmen was ist, Gedanken loslassen. Das ist eine gute Übung für mich!

Die zwei Seiten in mir
Ich kenne 2 Seiten in mir. Nennen wir sie jetzt mal die Geschäftsführer Nadja, die fokussiert und voller Power großen Zielen nach geht, immer genug Energie hat und sich nicht unterkriegen lässt. Die andere Seite nennen wir die Yoga Nadja, die in sich ruhend weiß worum es geht, die eine starke Verbindung zu einer höheren Frequenz hat und tief im Vertrauen ist. Kennst du das auch, dass du 2 Seiten in dir wahrnimmst, die eigentlich eine super Ergänzung zu einander sind, obwohl sie doch so anders sind?
Ich möchte diese 3 Wochen Auszeit dafür nutzen, wieder tiefer in die Yoga Nadja-Seite einzutauchen. Mich daran zu erinnern, wer ich bin, zu was ich fähig bin und das dann zu Hause integrieren. Wie oft sagen wir uns nach dem Urlaub, dass wir dieses Gefühl halten wollen und dann geht es uns doch so, dass nach 1-2 Tagen zurück im Trott, alles wieder so ist wie davor. Verspannungen kommen zurück, Kopfschmerzen, Grübeln, weniger Innehalten. Ist es möglich, beide Seiten zu verschmelzen?
Ich bin überzeugt, ja es geht! Denn wenn ich zurückblicke, habe ich während meiner Eventzeit vor allem die aktive Seite, die Power Seite gelebt und das konnte ich nur, weil ich als Ausgleich die Yogaseite entdeckt habe. So konnte ich im Eventjob gute Leistung geben, ohne mich zu sehr zu verausgaben. Jetzt als Geschäftsführerin bei Thalamus, in einem sehr humanistischen Umfeld, mit verständnisvollen Menschen, ohne Projektdruck, fällt es leichter sich Auszeiten zu nehmen und dennoch passiert es nicht von allein.
In der Yogaphilosophie unterscheidet man zwischen Purusha und Prakriti. Purusha ist das reine, unbewegte Bewusstsein, unsere wahre Essenz, verbunden mit dem Göttlichen. Es ist die stille, beobachtende Präsenz in uns. Prakriti hingegen ist die Welt der Erscheinungen – all das, was sich verändert: Gedanken, Emotionen, Körper, Natur, Materielles, unser Ego. Yoga will uns helfen, wieder mehr mit Purusha in Verbindung zu treten – also mit dem, was unveränderlich, friedlich und tief in uns verankert ist. Je mehr wir uns mit Prakriti identifizieren (Job, Rollen, Aufgaben, etc.), desto mehr entfernen wir uns von unserem inneren Frieden.

Meine Vision für die Zukunft
Meine Vision ist es, dass ich es schaffe, auch mitten im Arbeitsalltag immer wieder bewusst umzuschalten – vom Denken ins Spüren, vom Reagieren ins Reflektieren. Dass nicht die Gedanken übernehmen, nicht das Urteilen oder Bewerten, sondern diese leise, klare innere Stimme, die mich daran erinnert: Alles ist vergänglich, und wir alle sind Menschen – mit unseren Licht- und Schattenseiten.
Ich frage mich oft: Wie lässt sich ein Unternehmen wirtschaftlich führen – und dabei gleichzeitig bewusst, klar und menschlich bleiben?
Wirtschaftliches Denken steht nicht im Widerspruch zu einer spirituellen Haltung, im Gegenteil: Beides darf sich ergänzen.
Worum es mir geht, ist Authentizität – in der Führung, im Marketing, in der Kommunikation. Dass wir mit dem, was wir tun und anbieten, echten Mehrwert schaffen. Dass wir bewusst entscheiden, was wir unterstützen wollen – und was nicht. Ich stecke immer mein ganzes Herzblut in das, was ich tue und ich glaube, dass das spürbar ist und auch andere mitzieht. Natürlich gibt es in einem Team immer unterschiedliche Menschen und jeder funktioniert anders. Ich finde es wichtig zu sehen, wo das Potenzial von jedem einzelnen liegt und das darf sich entfaltet. Ehrliches Feedback zu geben ist dabei so wichtig, nur so kann ein Team sich gemeinsam weiterentwickeln. Denn alles, was wir in uns hineinfressen, blockiert unsere Kraft. Und genau diese Kraft brauchen wir, um unser volles Potenzial zu leben – als Mensch und als Gemeinschaft. Mein Anspruch ist, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, so dass jeder gern zur Arbeit kommt, dass man gemeinsam einer Vision folgt und dass man den gemeinsamen Motor findet und dennoch Platz für persönliches Wachstum ist.

Was ich dir zum Schluss mitgeben möchte:
Arbeitswelt, Geld, Erfolg und Spiritualität – sie schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Sie brauchen einander. Es braucht Hingabe und Vertrauen, genauso wie Umsetzungskraft und Macher:innen. Vielleicht sind genau diese Gegensätze – Kopf und Herz, Wirtschaft und Spiritualität – das, was uns ganz macht.
Wir müssen nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Jeder Mensch ist an einem anderen Punkt in seinem Leben – und wenn wir offen für Veränderung sind, zeigt uns das Leben oft den nächsten Schritt. Wir können die Einladung annehmen oder noch ein bisschen verweilen, bis sich die nächste Tür öffnet. Aber eins ist sicher: Stillstand ist nicht der Grund, warum wir hier sind.
Für mich ist Yoga der Weg, um immer wieder in Verbindung mit mir selbst zu kommen – mit meinem wahren Sein. Was ist dein Werkzeug?
Ich hoffe, meine Zeilen haben in dir etwas zum Klingen gebracht. Und wenn nicht – vielleicht bewegt sich trotzdem gerade etwas Spannendes in dir.
Danke für deine Zeit, deine Aufmerksamkeit und dein Dasein.
Bis bald
Namaste
Deine Nadja ❤️

